Die Geschichte über das Gasthaus und Norsminde
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NATURSCHÖNE UMGEBUNGENKysing und Norsminde befinden sich in naturschönen Umgebungen an Flüsschen, Meer und Fjord. Das Gebiet wird nicht nur von der einheimischen Bevölkerung geschätzt, sondern auch von einer großen Anzahl von Seglern, Badegästen, Ferienhausbewohnern und Touristen. Schon in der Altsteinzeit sind Menschen nach Norsminde gekommen. Wohl nicht wegen der idyllischen Natur, sondern wegen der abwechselnden Landschaft, die damals auch dichte Waldgebiete umfasste und daher ein umfangreiches Tierleben anzog.
Sowohl aus der Bronzezeit und Eisenzeit als aus der Wikingerzeit wurden Spuren von menschlichen Aktivitäten im Gebiet gefunden. Der Ortsname Norsminde bedeutet ganz einfach „die Mündung der Förde“, da eine Förde mit schmaler Einfahrt wie Kysing Fjord einen „nor“ (Bodden) genannt wird. Der Ortsname Kysing ist von zwei Teilen zusammengesetzt, der Vorsilbe „Kjos“ (Tal) und der Endung „-ing“ (Wiese oder Moorstreifen). So bedeutet Kysing also „Die Tal-Wiesen“ oder „die tief gelegenen Wiesen“. ![]() KYSING und NORSMINDEKysing war ursprünglich eine schmale Halbinsel, die bei Eindämmung von Kysing Fjord seit den 1820’ern breiter geworden ist. In alten Zeiten wurde das ganze Gebiet südlich des Fjordes Kysing genannt, und das nördliche Gebiet wurde dann Norsminde genannt. Der Ortsname Norsminde wurde zum ersten Mal am 16. März 1292 in historischen Quellen erwähnt, wo König Erik Menved dem Domkapitel in Århus es erlaubte, Zoll von den Schiffen zu erheben, die den Hafen anliefen. Als man im Mittelalter eine Brücke über die Mündung geschlagen hat, wurde sie 'Norsmindebroen' (Norsmindebrücke) genannt. Um die Reisenden bedienen zu können wurde Norsminde Kro (Gasthaus Norsminde) gebaut. Norsminde Kro liegt in derselben Stelle seit 1693, was sprachlichen Einfluss auf die Umgebungen gehabt hat, damit sowohl der Hafen als die nächsten Umgebungen Norsminde heißen. Sogar die einheimische Bevölkerung kann sich nicht einigen, wo Kysing beginnt und wo Norsminde aufhört.
![]() NORSMINDE KROKysing Kirche lag traditionsgemäß Norsminde Kro gegenüber. Schon im 16. Jahrhundert wurde die Kirche aufgegeben, und der größte Teil der Kirche wurde während des Krieges gegen Schweden 1657-59 zerstört. Mitte des vorigen Jahrhunderts war die ganze Kirche fast weg, was den Gastwirt Hans Sørensen Alrøe sehr bekümmert hat. Als guter Patriot, der in den Dreijahreskrieg 1848-1851 mit Ehre teilgenommen hatte, wusste er, wie man es vermeiden konnte, dass die Bauern die letzten Steine als Baumaterialien anwenden wurden: Er hat eine Büste vom König Friedrich der siebente oben auf die Mauerresten gesetzt. Aus Achtung vor dem Monarch blieben die letzten Mauerresten stehen.
1793 sind alle – mit Ausnahme von zwei – Bauernhöfe in der Stadt Kysing niedergebrannt. Beim Wiederaufbau wurden die Bauernhöfe verlegt und die Ländereien wurden zusammengelegt. 1825 wurde die Schule in Kysing gebaut. Der erste Lehrer, Rasmus Brygger Nielsen, war ein Vorbestrafter, |
der 1818 wegen Falschmünzerei zum Tode verurteilt worden war. Er hatte mit großer Tüchtigkeit 5-Reichstalerscheine gezeichnet, aber nicht tüchtig genug. Die Strafe wurde auf lebenslange Haft verhandelt, 1825 wurde er aber unter der Bedingung begnadigt, dass er für den Rest seines Lebens eine eiserne Kette ums Handgelenk tragen und Kysing nicht verlassen würde.
NORSMINDE DIE LETZTEN 200 JAHREMitte des 18. Jahrhunderts hat sich Norsminde in einen wichtigen Hafenplatz entwickelt. Seit alten Zeiten war Norsminde Verschiffungsort für Getreide, Vieh, Ziegel und Nutzholz. 1854 baute der Kaufmann Hans Broge aus Århus ein Lagerhaus, und damit fing ein umfassendes Kaufmanngeschäft an. Die Fischerei hat Fortschritte gemacht, und schwedische Fischer segelten nach Norsminde um Fisch anzukaufen. Es gab festen Fährbetrieb zwischen Norsminde und der Insel Tunø, und oft lief die Fähre zwischen Århus-Kalundborg Norsminde an, weil die Schifffahrtsmöglichkeiten in schlechtem Wetter besser als in Århus waren. 1884 war die große Zeit Norsmindes vorbei. In diesem Jahre öffnete die Hads-Ning Herreders Eisenbahn und von einem Tag auf den anderen sind die Geschäfte nach den umliegenden kleinen Landstädten mit Bahnhof gezogen. Lagerhaus und Kaufmanngeschäft mussten schließen, und 1888 musste auch das Gasthaus zumachen.
Um die Jahrhundertwende verbreiteten sich die Ideen, dass Licht und Luft und Baden im See heilsam waren. In der nahegelegenen Stadt Saksild wurde 1906 ein Strandhotel gebaut. Erhöhtes Gemeinwohl und mehr Freizeit und Urlaub gaben einem größeren Teil der Bevölkerung die Möglichkeit, die Freuden des Strandlebens zu genießen. Dabei wurde auch Kysing/Norsminde Teil des anwachsenden Tourismus. Dies ermöglichte die Wiedereröffnung von Norsminde Kro in 1932. Der damalige Gastwirt, Hans Waldemar Alrøe, hat mit seinen exzentrischen Einfällen Aufmerksamkeit auf das Gasthaus gebracht. Er wurde im ganzen Land für die größte Elefantensammlung Dänemarks bekannt, und die Elefanten sind zu diesem Tage noch ein Warenzeichen des Gasthauses. Er hat außerdem einen rotierenden Blumentopf erfunden, damit seine Begonien von allen Seiten das Sonnenlicht genießen konnten. Ab seinem 19. Geburtstag hat er sich nicht mehr den Bart abscheren lassen. Das wehende, weiße Bart wurde eine bekannte Attraktion, und als das Bart das 50. Geburtstag feiern konnte, hat Alrøe einen Stein im Gasthausgarten aufstellen lassen zur Erinnerung an diese Begebenheit. ![]() Das Gasthaus ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Einwohner und Touristen. Viele Menschen verbinden Norsminde Kro mit gebratenem Aal. Das Gasthaus bietet aber darüber hinaus eine spannende und variierte Speisekarte an mit etwas für jeden Geschmack. |